EDIFOR Speditionsauftrag

Der Speditionsauftrag ist die Nachricht eines Versenders an einen Spediteur, um ihn mit der Güterversendung und allen damit zusammenhängenden Dienstleistungen zu beauftragen. Diese Nachricht kann sowohl für nationale als auch für internationale Verkehre verwendet werden. Sie ist unabhängig vom Verkehrsträger (Landverkehre, Binnenschiff, See- oder Luftfracht) beziehungsweise multimodal einsetzbar. Sie entspricht der allgemeinen Speditionspraxis und ist über die Wirtschaftsbereiche hinweg anwendbar. Der EDIFOR-Speditionsauftrag basiert auf dem EDIFACT Standard IFTMIN (International Forwarding and/or Transport Message Instruction).

 

EDIFOR Bordero/Cargo Manifest

Das Bordero/Cargo Manifest ist eine Zusammenstellung der von einem Versand- an einen Empfangsspediteur in einer Sammelladung versandten Einzelsendungen. Das Bordero/Cargo Manifest kann aber auch verwendet werden, wenn der Auftraggeber – beispielsweise in der Automobilindustrie – den Spediteur beauftragt, Einzelsendungen verschiedener Zulieferer in einer Sammelladung zu bündeln. Dieser Gebietsspediteur überträgt dann das Bordero/Cargo Manifest an den Empfänger der Sammelladung, beispielsweise an ein Automobilwerk. Diese Nachricht ist für den elektronischen Datenaustausch in nationalen und internationalen Sammelladungsverkehren (Consolidation) geeignet. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Sammelladung per Lkw, Bahn, Flugzeug oder Seeschiff verladen wird. Das EDIFOR Bordero/Cargo Manifest basiert auf dem EDIFACT Standard IFCSUM (International Forwarding and/or Transport Message Consolidation Summary).

 

EDIFOR Entladebericht

Der Entladebericht wird vom Empfangsspediteur an den Versandspediteur übertragen. Diese Form des Statusreports wird – sammelladungsbezogen – unmittelbar nach der Entladung abgesetzt. Die Nachricht wird pro Sammelladung grundsätzlich nur einmal gesendet (= Status entladen). Diese Nachricht ist für den elektronischen Datenaustausch in nationalen und internationalen Sammelladungsverkehren (Consolidation) geeignet. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Sammelladung per Lkw, Bahn, Flugzeug oder Seeschiff verladen wird. Der EDIFOR Entladebericht basiert auf dem EDIFACT Standard IFTSTA (International Multimodal Status Report Message).

 

EDIFOR Statusreport

Der Statusreport ist eine Nachricht, um den Transportstatus und/oder die Änderung des Transportstatus (Ereignis) zwischen Vertragspartnern zu übermitteln. Der EDIFOR Statusreport wird in drei Teilen veröffentlicht, um die Darstellung übersichtlich zu halten:

Teil 1: Statusreport des Spediteurs an den Versender
Teil 2: Statusreport zwischen Spediteuren
Teil 3: Statusreport des Spediteurs an den Warenempfänger

Ein Statusreport dient der Übertragung von codierten Statusangaben für eine oder mehrere Einzelsendungen. Statusangaben bis auf die Packstückebene sind möglich.

Die EDI-Partner müssen festlegen, wann ein Statusreport zu übermitteln ist. Folgende Varianten sind denkbar:

  • Der Spediteur informiert grundsätzlich über den Transportfortschritt aller Sendungen.
  • Der Spediteur überträgt nur Abweichungen gegenüber dem Speditionsauftrag.
  • Der Statusreport wird nur auf Anfrage (Status Request) übermittelt.

Der Statusreport ist für den elektronischen Datenaustausch in nationalen oder internationalen Verkehren verwendbar.

 

Wozu EDIFOR-Subsets?

EDIFOR vereinfacht die EDIFACT-Transport- und Speditionsnachrichten und damit auch ihre Einführung. Es werden Subsets der EDIFACT-Nachrichten (beispielsweise der IFTMIN, IFCSUM, IFSTA) gebildet, die auf die Anforderungen von Güterversendungen per Flugzeug, Seeschiff, Binnenschiff, Lkw, Bahn, in Ladungs- oder Sammelgutverkehren zugeschnitten sind. Die Geschäftsprozesse werden praxisgerecht in den Subsets abgebildet. Die hohe Qualität und Anwendungsreife der EDIFOR Subsets ist anerkannt. EDIFOR bietet Regeln, Beschreibungen, Erklärungen und Beispiele zur detaillierten Anwendung der EDFIACT-Nachrichten. Damit wird auch die Vielfalt an Interpretationen der Nachrichtenstandards zum Vorteil der Anwender und Programmierer reduziert.

 

Wer steht hinter EDIFOR?

EDIFOR wird getragen von den Speditionsverbänden Deutschlands (DSLV, Bonn), Österreichs (ZV, Wien) und der Schweiz (SPEDLOGSWISS. Basel). In der EDIFOR-Initiative arbeiten Speditionsexperten aus den Bereichen Landverkehr, Sammelgutverkehr, Luft- und Seefracht, Logistik, Software- und EDI-Fachleute zusammen. Seit 1997 unterstützt die FIATA, der Weltverband der Spediteure, die EDIFOR Subsets. Die Federführung für den Arbeitskreis EDIFOR liegt in den Händen des DSLV.

 

Wo kann ich die EDIFOR Subsets bestellen?

Die Subsets können in einer Programmversion mit dem Dokumentationstool „EdiFix Light“ und auch als Papierdokumentation beim DSLV bestellt werden. Wartung und Vertrieb von EDIFOR werden zusammen mit dem Kooperationspartner GEFEG, Berlin (Gesellschaft für Elektronischen Geschäftsverkehr) sichergestellt. Weitere Informationen über die EDIFOR-Subsets können Sie anfordern bei TSchneider@dslv.spediteure.de  oder direkt bestellen über den Bestellservice.

 

XML-Schemata der EDIFOR-Subsets

In den vergangenen Jahren entwickelte sich XML (Extensible Markup Language), in Verbindung mit dem Internet, zu einer Alternative zu EDIFACT, vor allem im asiatischen und nordamerikanischen Wirtschaftsraum, aber nun auch zunehmend in Europa. Für Spediteure und Logistikdienstleister wichtige Branchen, Unternehmen und Organisationen öffnen sich für XML, beispielsweise Automobil- und Elektroindustrie, SAP, IATA (eFreight), Seeschifffahrt und WCO (World Customs Organisation). XML ist am Markt präsent.

Der DSLV Arbeitskreis EDIFOR fasste unter anderem deshalb am 14. November 2006 in Bonn den Beschluss, den die DSLV Kommission Logistik und Informatik im Mai 2007 bestätigte, die EDIFOR-Subsets Speditionsauftrag, Bordero/Cargo Manifest, Entladebericht (Statusreport) und Rechnung nach DIN 16557-5 beziehungsweise ISO/TS 20625 auch als XML-Schemata herauszugeben.

Für die Erstellung der Schemata wurde das Standard-Tool GEFEG.FX der Gesellschaft für Elektronischen Geschäftsverkehr, Berlin, verwendet. Die EDIFOR-Subsets, die ebenfalls mit diesem Werkzeug gepflegt und verwaltet werden, wurden 1:1 in XML umgesetzt.

Damit ist das umfassende Wissen über die Abläufe und Funktionen der speditionellen Geschäftsprozesse und ihre Implementierung komplett aus den EDIFOR-Subsets in die XML-Schemata übertragen worden.

Die Schemata wurden aus dem jeweiligen UN-Nachrichtentyp abgeleitet, erlauben also in Einzelfällen eine Obermenge zu den EDIFOR Guides.

Wiederholfaktoren mit > 9 sind auf „unbounded“ gesetzt, um bekannte Parserprobleme mit großen finiten Loops (beispielsweise 99x999x9) zu vermeiden.

Von der Einbeziehung der Codelisten in die Schemata wurde Abstand genommen, weil diese dann keinerlei bilateral vereinbarte Codes unterstützt hätten. Ebenso wurde auf die Übertragung von Anmerkungen oder Erläuterungen aus den EDIFOR-Subsets verzichtet. Hierfür sollten die Anwender die bereits vorhandene EDIFOR-Dokumentation der für EDI entwickelten Subsets nutzen. Es gibt keine Anzeichen dafür, dass XML das 'klassische' EDI hinwegfegen wird. Die EDI-Domäne, die Übertragung von Massendaten, wird in absehbarer Zeit nicht von XML abgelöst. Elektronische Marktplätze sprechen sich für die Anwendung von XML aus. Die nähere Zukunft dürfte eher in einer Symbiose aus etabliertem EDI und XML liegen. Nicht XML statt klassischem EDI, sondern EDI und XML-EDI und WebEDI (XML E-Commerce) heißt die Devise. Das nennt man Multichannel Communication.

 

eDoc „Speditionsauftrag“

Zwar werden bereits viele Informationswege elektronisch unterstützt, aber leider nicht alle. Die Gründe sind unterschiedlich: Der Geschäftspartner ist zu klein oder hat ein zu geringes Transaktionsvolumen, als dass sich die Investition lohnen würde. Die Unterschriften/Bestätigungen müssen im Original vorliegen oder die so genannten weichen Faktoren, wie beispielsweise Tradition, Gewohnheit oder persönliche Sicherheit, wenn Informationen auf Papier transportiert und abgelegt werden.

Mit den intelligenten elektronischen Dokumenten – kurz als eDocs bezeichnet – gibt es eine Lösung, die die scheinbar unvereinbaren EDI- und Papieranforderungen, über alle Grenzen hinweg, erfüllt. Ein eDoc ist zugleich: Papier, EDI-Message und Anwendung. Dies wurde durch eine enge Zusammenarbeit von Dakosy (EDI- und Webservices) und Adobe (Dokumentenservices) ermöglicht.

Das eDoc bildet das Dokument (Originalformular und Nutzdaten) als PDF ab. Es kann gedruckt, gefaxt oder beispielsweise auf einem Pocket-PC (PDA) angezeigt werden. Das eDoc kann bei Bedarf verschlüsselt und elektronisch signiert werden.

Das eDoc kann, sofern die Berechtigung vorliegt, zum Beispiel im Internet geändert bzw. erstmalig erfasst werden. Durch hinterlegte Codelisten und Web-Services können auch komplexe Regeln überprüft und eine hohe Erfassungsqualität erreicht werden. Das eDoc ist auch EDI-Nachricht, da die Nutzdaten als XML-Datenstrom eingebettet sind und jederzeit auch wieder extrahiert werden können.

Dakosy, Hamburg, hat für den DSLV einen Speditionsauftrag als eDoc entwickelt. Damit lassen sich Daten erfassen und speichern. Die Nutzendaten können als XML-Schema exportiert bzw. importiert werden. Es handelt sich jedoch hierbei um ein „abgespecktes“ Beispiel, das viele der möglichen Funktionen eines eDocs nicht enthält.

Ausführbar sind die Funktionalitäten mit einem kostenlosen Adobe Reader, Version 8.0 und höher.

Für das XML-Style Sheet (Layout) wurde der Standardvordruck „Speditionsauftrag“ entsprechend der Norm DIN 5018 zugrunde gelegt.