Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern haben sich am 22. September 2021 auf eine bundeseinheitliche Anwendung des § 56 Abs. 1 S. 4 Infektionsschutzgesetz (IfSG) geeinigt. Demnach sollen Personen ohne Impfschutz bei Verdienstausfällen wegen einer behördlich angeordneten Corona-Quarantäne ab 1. November 2021 keine Entschädigung mehr bekommen. Bislang zahlen Arbeitgeber bei einer behördlich angeordneten Quarantäne den Lohn des Arbeitnehmers bis zu sechs Wochen fort und können sich diesen dann von den regionalen Gesundheitsbehörden gemäß § 56 Abs. 1 IfSG erstatten lassen. Die gemeinsame Entscheidung von Bund und Ländern basiert auf § 56 Abs. 1 S. 4 IfSG, wonach eine Entschädigung entfällt, wenn durch die Inanspruchnahme einer empfohlenen Schutzimpfung ein Verbot in der Ausübung der bisherigen Tätigkeit oder eine Absonderung hätte vermieden werden können. Da nunmehr - im Vergleich zur Vergangenheit - Impfstoffe in ausreichendem Maße zur Verfügung stünden, haben sich Bund und Länder für eine konsequente und bundeseinheitliche Anwendung der Vorschrift entschieden. 

 
Ausgenommen von der Anwendung des § 56 Abs. 1 S. 4 IfSG sind Personen, für die keine öffentliche Empfehlung für eine Impfung gegen COVID-19 vorliegt oder eine medizinische Kontraindikation hinsichtlich einer Schutzimpfung durch ein ärztliches Attest vorliegt.
 
Die konkrete (zeitliche) Umsetzung des Beschlusses obliegt den jeweiligen Ländern.