Berlin, 2. Juni 2021

Die Luftfracht bleibt für Speditionen und Logistikunternehmen insbesondere für hochwertige und zeitkritische Fracht ein starkes Glied internationaler Lieferketten. Als Verkehrsarchitekten haben Speditionen und Logistikunternehmen eine besondere Verantwortung für die Erfüllung logistischer Qualitätsanforderungen ihrer Kunden aus Industrie und Handel. Neben Preis, Zuverlässigkeit und Sicherheit zählt zunehmend auch der Klimaschutz zu den Kundenerwartungen. Zusätzliche Technikinnovationen und Prozessoptimierungen für den Flugbetrieb und das Ground-Handling der Airlines, Flughäfen und Logistikunternehmen müssen aber von politischen Rahmenbedingungen flankiert werden, die deutsche Unternehmen im europäischen Wettbewerb nicht noch weiter zurückwerfen, mahnt der DSLV Bundesverband Spedition und Logistik anlässlich des gemeinsamen Digitalen Branchengesprächs ,Luftfracht und Klimaschutz' mit dem Bundesverband der deutschen Industrie (BDI) und dem Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL).
 
Für eine CO2-freie Luftfracht sind vor allem baldige Technikfortschritte – insbesondere ökologisch nachhaltige Kraftstoffe für den Flugbetrieb – erforderlich. Deren Markthochlauf muss durch international, mindestens aber europäisch verbindliche Regelungen und Anreizprogramme beschleunigt werden. „Die Politik muss in Zusammenarbeit mit den Akteuren fluggebundener Lieferketten ein Instrumentenbündel schaffen, das die steigende Güternachfrage in Einklang mit einer höheren Klimaeffizienz des Luftverkehrs bringen kann“, fordert DSLV-Hauptgeschäftsführer Frank Huster. Hierzu kann beispielsweise der lange geforderte Single European Sky zur Optimierung des Routings des Luftverkehrs beitragen. Auch die anstehende Revision der Europäischen Erneuerbaren-Energie-Richtlinie (RED II) wird entscheidend, indem sichergestellt wird, dass sich die erheblichen Mehrkosten für die Beimischung von ,Sustainable Aviation Fuels' (SAF) gleichmäßig auf die europäische Luftfrachtbranche verteilen. Huster: „Harmonisierung ist dringend geboten. Heute bestehen bereits zu viele Wettbewerbsnachteile für den Luftfrachtstandort Deutschland durch europäisch uneinheitlich umgesetzte Security-Bestimmungen sowie Steuer- und Zollverfahren.“
 
98 Prozent der exportseitigen Luftfracht und 80 Prozent der über deutsche Flughäfen importierten Güter werden von Speditionen abgefertigt, die mit gezielten Strategien der Warenbündelung und Gewichtsreduzierungen durch neuartige Verpackungssysteme bereits zur Verkehrsvermeidung beitragen. „Auch Luftfrachtspeditionen sind in der Verantwortung, Luftfracht so nachhaltig wie möglich zu gestalten“, betont Huster. „Die Auswahl solcher Luftfracht-Carrier, die vollständige Transparenz über ihre Dekarbonisierungs-Strategien inklusive Offsetting-Programme schaffen, ist derzeit auf einige europäische und US-amerikanische Airlines beschränkt. Vor allem aber die Bereitschaft der Logistikkunden aus Industrie und Handel, für das Offsetting auch zu bezahlen, ist eine wesentliche Stellschraube.“
 
Die gemeinsamen Anstrengungen werden durch eine weltweit wachsende Verkehrsnachfrage nach Luftfrachtdienstleistungen wieder zunehmend überlagert. Bestimmte Waren wie Medizinprodukte, verderbliche Produkte und Ersatzteile schließen den Einsatz anderer Verkehrsträger insbesondere auf internationalen Destinationen aus. Im ersten Quartal des Jahres 2021 lag das Frachtaufkommen an deutschen Flughäfen bereits um acht Prozent höher als im Vergleichszeitraum des Vorkrisenjahres 2019, das sich auch durch die einsetzende Reaktivierung des Passagierverkehrs erholt.

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Presse und Öffentlichkeitsarbeit

Maximilian Pretzel

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