Berlin, 4. Februar 2020

Die von der chinesischen Regierung eingeleiteten Maßnahmen zur Bekämpfung der Ausbreitung des Coronavirus haben zunehmend negative Auswirkungen auf internationale Lieferketten. Hierauf weist der DSLV Bundesverband Spedition und Logistik hin. Die infolge der zuletzt steigenden Infektionszahlen in einigen Regionen Chinas restriktiven behördlichen Anordnungen führen zu verlangsamten Zollabfertigungen und deutlichen Lieferverzögerungen.

Verschärft wird die Situation durch den infolge des chinesischen Neujahrsfestes ohnehin entstehenden Rückstau bei der Fracht. Betroffen hiervon sind vor allem die See- und Luftfracht, über Einschränkungen des Landverkehrs auf dem Schienen- und Straßenweg gibt es derzeit wenig einheitliche Informationen. Die aktuelle Streichung sämtlicher Passagierflüge der Lufthansa und weiterer Airlines nach China (Festland) verknappen den verfügbaren Frachtraum um mehr als die Hälfte, da hierdurch die Bellykapazitäten (Fracht im Passagierflugzeug) wegfallen. Derzeit können deutsche Spediteure die Einschränkungen durch Umbuchungen und Neudispositionen der Luftfracht noch teilweise ausgleichen, allerdings zu höheren Frachtkosten für den Verlader.

Zur rechtlichen Beurteilung entstandener Zusatzkosten stellt der DSLV klar: Die Coronavirus-Epidemie fällt unter höhere Gewalt. Sofern der Spediteur zur ordnungsgemäßen Ausführung seiner Vertragspflichten entstehende, zusätzliche Aufwendungen nicht vermeiden kann, sind diese von seinem Auftraggeber zu tragen. Dies ergibt sich bereits aus Ziffer 17.1 der Allgemeinen Deutschen Spediteurbedingungen (ADSp) als in der Regel zwischen Spediteur und seinem Kunden vereinbarten Geschäftsbedingungen; vorausgesetzt der Spediteur hat die Aufwendungen nicht zu vertreten. Vor allem im Seeschiffsverkehr anfallende so genannte Detention-, Demurrage- und Storage-Charges, also Kosten für die Verzögerung der Seefracht, muss der Spediteur seinen Kunden weiterberechnen. 

„Durch die Kapazitätsbeschränkungen steigen die Raten in der See- und Luftfracht derzeit, so dass die verladende Wirtschaft mengen- und destinationsabhängig mit Zusatzkosten für den Warenverkehr rechnen muss“, schätzt DSLV-Hauptgeschäftsführer Frank Huster die Lage ein. „Unsicherheiten bestehen vor allem durch die kurzfristigen Anordnungen der chinesischen Behörden, die in weiteren regionalen Produktionsstopps und schließlich in einer andauernden Exportschwäche Chinas münden können. Hier müssen deutsche Logistikdienstleister punktuell sehr flexibel sein. Am Ende steht aber auch die Sicherheit der eigenen Mitarbeiter vor Ort im Vordergrund.“ 
  

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Presse und Öffentlichkeitsarbeit

Markus Wolters B. A.

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