Nach den vom Ost-Ausschuss – Osteuropavereins der Deutschen Wirtschaft (OAOEV) ausgewerteten Zahlen des Statistischen Bundesamtes stiegen die deutschen Exporte in alle 29 Länder Mittel- und Osteuropas von Januar bis Juni 2019 um 2,2 Prozent, während die deutschen Gesamtexporte nur noch um 0,6 Prozent zulegen konnten.

Stärkste Wachstumsregion ist wiederum Polen. So nahm der deutsch-polnische Handel in den ersten sechs Monaten 2019 um fünf Prozent auf erstmals über 60 Milliarden Euro zu. Polen konnte damit in der Liste der 20 wichtigsten deutschen Handelspartner Großbritannien überholen und liegt damit an sechster Stelle. Der Abstand zu Italien auf Platz 5 hat sich weiter verringert. Tschechien erreichte Platz zehn. Auch Russland (Platz 13), Ungarn (Platz 14), Rumänien (Platz 18) und die Slowakei (Platz 19) zeigen die große Bedeutung, die Mittel- und Osteuropa für den deutschen Handel insgesamt besitzt. Inzwischen gehen rund 20 Prozent aller deutschen Exporte in die Region. Allein das deutsche Handelsvolumen mit den vier Viségrad-Staaten Polen, Tschechien, Ungarn und Slowakei übertraf im ersten Halbjahr 2019 mit einem Volumen von zusammen 150 Milliarden Euro den Wert des Güterverkehrs mit China (100 Milliarden) um rund 50 Prozent.
 
Rückschläge verzeichnete im ersten Halbjahr der deutsche Handel mit Russland, das bis 2012 noch wichtigster deutscher Handelspartner in Osteuropa war. Seit der Einführung gegenseitiger Sanktionen vor fünf Jahren ist der Rückstand von Russland zu Polen stark gewachsen. Im ersten Halbjahr 2019 sank der deutsch-russische Handel um 3,5 Prozent und erreicht mit einem Volumen von 30 Milliarden Euro nur noch die Hälfte des deutsch-polnischen Handels.
 
Die größten Zuwächse im bilateralen Handel im ersten Halbjahr 2019 konnte die Ukraine erzielen. Die deutschen Importe aus der Ukraine nahmen um zehn Prozent zu, die deutschen Exporte stiegen um über sieben Prozent. Sehr positiv entwickelte sich auch der Handel mit Serbien (+9 Prozent), der Slowakei (+10 Prozent), Nordmazedonien (+14 Prozent) und Aserbaidschan (+30 Prozent). Die größten Zugewinne unter allen 29 Ländern gab es im Handel mit Usbekistan (+61 Prozent), der auf den konsequenten Öffnungskurs des zentralasiatischen Landes seit zwei Jahren zurückzuführen ist.

Übersichten des OAOEV mit den aktuellen Zahlen des deutschen Osthandels im ersten Halbjahr 2019 sind den Anlagen zu entnehmen.

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