Berlin, 18. September 2018

Der Beitrag der Logistik zum Klimaschutz wird neben der Nachwuchssicherung, der Bewältigung zukünftiger Wegekosten und der digitalen Transformation der Branche die zentrale Herausforderung für deutsche Speditionen in den kommenden Jahren bleiben. Hierauf wies Axel Plaß in seiner Antrittsrede als Präsident des Deutschen Speditions- und Logistikverbands (DSLV) am 14. September 2018 hin. Diese, so Plaß, müssen vom speditionellen Mittelstand ebenso wie von den global agierenden Logistikkonzernen gemeistert werden, deren Interessen der DSLV gleichermaßen vertritt.

Allein wettbewerbsfähige, finanzstarke und innovative Unternehmen werden in Zukunft bestehen, mahnte Plaß auf dem DSLV-Unternehmertag 2018 in Anwesenheit des Staatssekretärs beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur, Dr. Gerhard Schulz. Dessen Ankündigung für eines neues Klimaschutzgesetzes der Bundesregierung und die Einbeziehung weiterer externer Kosten in die Lkw-Maut lässt weitere Belastungen für den Verkehrssektor erwarten.

Hierzu der DSLV-Präsident: „Der Staat darf nicht nach Kassenlage Nutzerentgelte erheben. Sofern eine tatsächlich verursachergerechte Anlastung der Wegekosten ohne Ausnahmen erfolgt und sämtliche Einnahmen zweckgebunden in die Verkehrsinfrastruktur zurückfließen, verschließt sich die Speditionsbranche neuen Bemautungssystemen nicht. Zur Erreichung verkehrs- und umweltpolitischer Ziele müssen allerdings Anreizsysteme wie Förderungen oder Privilegierungen effizienter und vor allem auch verfügbarer Technologien immer Vorrang haben. Lenkung durch Dirigismus lehnen wir ab.'

Nutzfahrzeughersteller und Energiewirtschaft müssen die Logistik bei Lösungen unterstützen, die dem gesellschaftlichen Anspruch an hohe Mobilität bei null Emissionen gerecht werden, lautete schließlich die gemeinsame Forderung von DSLV und Politik.

'Automatisierung und Digitalisierung sind in größeren Unternehmensstrukturen nicht per se erfolgreicher als im Mittelstand. Entscheidend ist das Geschäftsmodell und die Bereitschaft zur Bildung unternehmensübergreifender Prozessketten, die ohnehin grundlegende Voraussetzung für das Funktionieren der Logistik ist“, so Plaß vor mehr als 200 Gästen in München. Ein großes Digitalisierungshindernis bleibt die papierbasierte Informationsübermittlung. „Behördliche Kontrollen, sei es der Zoll, das Bundesamt für Güterverkehr oder die Gewerbeaufsicht, brauchen nach wie vor zu viel Papier“, mahnte Plaß und drängte auf baldige Einrichtung eines überbehördlichen E-Government der öffentlichen Hand.

Eine selbstbewusstere Eigendarstellung forderte Plaß von seiner Branche: „Spedition ist Synonym für die bestmögliche Systemkombination aus allen Verkehrsträgern - Lkw- und Bahnverkehre, See- und Binnenschifffahrt sowie Luftfracht - unterstützt von Prozessen, die direkt in Industrie und Handel integriert sind. Logistik geschieht effizient, umweltoptimiert, international und mit einem hohen Spezialisierungs- und Digitalisierungsgrad. Dadurch hat die Branche große berufliche Entwicklungsperspektiven für Bewerber zahlreicher Qualifizierungsstufen.“

Den ersten Platz im Logistics Index der Weltbank wird Deutschland durch die Kombination aus unternehmerischer Kompetenz, hervorragender Logistikexpertise der Beschäftigten, einer leistungsfähigen Infrastruktur und wirtschaftsfreundlichen Rahmenbedingungen bewahren können. „Wirtschaft und Politik müssen gemeinsam für ein logistikfreundliches Umfeld sorgen“, so Plaß abschließend.

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Presse und Öffentlichkeitsarbeit

Markus Wolters

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