Seit 29. Dezember 2017 dürfen Lang-Lkw in Deutschland auf zusätzlichen Strecken fahren. Die achte Änderungsverordnung zum Lang-Lkw ist am 29. Dezember 2017 in Kraft getreten und enthält vor allem wichtige Erweiterungen für das von Lang-Lkw befahrbare Straßennetz in den Bundesländern Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, dem Saarland und Sachsen-Anhalt sowie die Aufhebung des auf ein Jahr befristeten Einsatzes des Lang-Lkw Typ 2. Das sogenannte Positivnetz erstreckt sich damit auf 15 Bundesländer. Der Einsatz des verlängerten Sattelaufliegers (Lang-Lkw Typ 1) ist nun flächendeckend in elf Bundesländern erlaubt.

Die achte Verordnung zur Änderung der Verordnung über Ausnahmen von straßenverkehrsrechtlichen Vorschriften für Fahrzeuge und Fahrzeugkombinationen mit Überlänge (LKWÜberl-StVAusnV) ist am 29. Dezember 2017 in Kraft getreten. Die Veröffentlichung im amtlichen Teil des elektronischen Bundesanzeigers erfolgte wie angekündigt am Tag davor.  Mit der achten Änderungsverordnung weitet das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) das Positivnetz um die von den Bundesländern gemeldeten zusätzlichen Streckenabschnitte weiter aus. Dieses erstreckt sich jetzt auf 15 Bundesländer.

Die komplette Übersicht aller Streckenabschnitte von Bundesautobahnen, Bundesstraßen sowie der Streckenabschnitte des nachgeordneten Straßennetzes in den einzelnen Bundesländern kann der Anlage zu § 2 Absatz 1 des Verordnungstextes entnommen werden. Eine Einzelübersicht der neu hinzugekommenen Straßenabschnitte hat das BMVI leider nicht veröffentlicht.

  • Rheinland-Pfalz, das Saarland und Sachsen-Anhalt erlauben erstmals den flächendeckenden Einsatz des sogenannten verlängerten Sattelaufliegers (Lang-Lkw Typ 1) auf ihrem gesamten Streckennetz. Dieser darf damit neben Bayern, Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen, Schleswig-Holstein und Thüringen in elf von 16 Bundesländern fahren.
  • Rheinland-Pfalz und das Saarland haben erstmals Strecken für die Positivliste gemeldet.
  • Nordrhein-Westfalen gibt erstmals Abschnitte wichtiger Autobahnen, wie der A3, A4, A61 oder A57 für alle Lang-Lkw Typen, also auch den „klassischen“ 25,25-Meter-Zug (Lang-Lkw Typ 3) frei.
  • Die bisherige einjährige Befristung für den Lang-Lkw Typ 2, bestehend aus Sattelzug in Kombination mit Zentralachsanhänger, ist aufgehoben worden. Nach Durchführung weiterer Untersuchungen der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) darf nun auch dieser Fahr-zeugtyp dauerhaft in Deutschland auf dem Positivnetz eingesetzt werden.

Darüber hinaus enthält die Änderungsverordnung eine Reihe zusätzlicher technischer Spezifikationen für § 5 der Lang-Lkw-Verordnung. Diese betreffen Definitionen und Beschreibungen zur vorgeschriebenen Luftfederung, zum Begriff Retarder beziehungsweise Dauerbremssystem, zum Spurhaltewarnsystem sowie zu den Vorschriften für den Fahrtenschreiber. Danach sind ab 2. März 2019 nicht mehr nur digitale sondern auch intelligente Fahrtenschreiber zugelassen.

Die Liste der zum Befahren mit Lang-Lkw zugelassenen Streckenabschnitte, die sogenannte Positivliste, ist zum einen fester Bestandteil der vorliegenden Änderungsverordnung, unterliegt zum anderen jedoch auch einer permanenten Weiterentwicklung. Unternehmen, die den Einsatz von Lang-Lkw planen, können nach Prüfung der bestehenden Möglichkeiten jederzeit zusätzliche Strecken beim Verkehrsministerium ihres Bundeslandes anmelden, sofern diese auf den von ihnen vorgesehenen Routen noch fehlen sollten. Die Länder melden die neuen Strecken nach Prüfung und Freigabe weiter an den Bund, der diese mit der nächsten Änderungsverordnung dann offiziell freigibt. Die Positivliste und weitere Informationen zum Lang-Lkw stehen auf der Webseite des BMVI unter www.bmvi.de/LangLkw zur Verfügung.