Berlin, 24. November 2017

Luftfrachtkunden müssen weiterhin mit massiven Verzögerungen am Frankfurter Flughafen rechnen. Darauf weisen der Deutsche Speditions- und Logistikverband (DSLV) sowie sein Landesverband, der Speditions- und Logistikverband Hessen/Rheinland-Pfalz (SLV) hin.

Grund für ausufernde Wartezeiten an den Abfertigungsstellen der von den Airlines beauftragten Cargo Handling Agenten sind fehlendes Personal und eine mangelhafte Verkehrssteuerung. Nicht selten befördern die Transportunternehmen nach Wartezeiten von bis zu zehn Stunden die für den Export bestimmten Luftfrachtsendungen wieder zurück in die Speditionsläger, nachdem der Abflugtermin des Frachtflugzeugs bereits verpasst wurde, bemängeln DSLV und SLV. Zusätzlich verschärft hat sich die Situation durch die in den letzten Monaten stark angestiegenen Frachtmengen. Auch immer mehr Importsendungen bleiben dadurch am Flughafen liegen und können den Kunden nur mit massiven Verspätungen zugestellt werden.

Trotz erheblicher Anstrengungen der Luftfrachtspediteure, die von den Airlines und ihren Agenten zu verantwortenden Mängel organisatorisch abzufedern, haben sich die Wartezeiten in den letzten Wochen dramatisch verlängert. Inzwischen haben Luftfrachtspediteure Probleme, überhaupt noch Transportunternehmen zu finden, die unter diesen Umständen bereit sind, den Frankfurter Flughafen anzufahren.

DSLV und SLV haben in mehreren Krisengesprächen mit den Cargo Handling Agenten und der Flughafenbetreibergesellschaft Fraport eine umgehende Verbesserung der inakzeptablen Zustände gefordert. Eine Zusage, zusätzliches Personal einzustellen und die Verkehrssteuerung an den Be- und Entladerampen zu optimieren, liegt inzwischen vor.

Die Speditionsverbände weisen allerdings darauf hin, dass trotz aller Zusagen in den nächsten Wochen sich die Zustände kaum ändern werden. Die Lage wird sich nach deren Einschätzung sogar eher zuspitzen, da die Gewerkschaft ver.di zur Durchsetzung der laufenden Tarifverhandlungen derzeit größere Cargo Handling Agenten am Flughafen bestreikt. Die deutsche Wirtschaft wird sich daher bis zum Jahresende sowohl im Import als auch im Export auf weitere Verzögerungen bei Luftfrachttransporten einstellen müssen.

Der entstandene Schaden für die Luftfrachtspediteure und ihre Kunden ist bereits immens und muss von den hierfür Verantwortlichen, den Airlines und den von ihnen für den Luftfrachtumschlag eingesetzten Cargo Handling Agenten, übernommen werden. Leider haben sich die Airlines bislang überhaupt nicht mit der bedrohlichen Lage auseinandergesetzt, monieren DSLV und SLV. Wollen sie Europas wichtigsten Luftfrachtstandort und ihr eigenes Geschäftsmodell nicht weiter gefährden, dürfen sie die Situation nicht ignorieren, verlangen die Speditionsverbände.

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Frank Huster

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