Aufgrund der zahlreichen Proteste gegen die aufwendigen administrativen Anforderungen hinsichtlich des Meldeverfahrens zur Entsendung von ausländischen Arbeitnehmern nach Österreich hat die Alpenrepublik nunmehr mit Datum vom 22. Mai 2017 eine Änderung des zugrundeliegenden Lohn- und Sozialdumping-Bekämpfungsgesetzes (LSDB-G) im österreichischen Bundesgesetzblatt veröffentlicht. Die bereits Anfang April 2017 im Rahmen eines Meinungsaustauschs mit den Verbänden des Verkehrsgewerbes vom österreichischen Sozialministerium angekündigten Erleichterungen bei den Meldevorschriften treten am 1. Juni 2017 in Kraft.
 

Entsendemeldungen in der Transportbranche können ab diesem Zeitpunkt pauschal für jeweils sechs Monate vorgenommen werden und damit unabhängig von einer konkreten Entsendung. Bei der Meldung müssen dann neben den Arbeitgeber- und Fahrerdaten unter anderem die behördlichen Kennzeichen der Fahrzeuge, die Höhe des Lohns entsprechend den österreichischen Kollektivverträgen und der Beginn des Arbeitsverhältnisses beim Arbeitgeber sowie die Art der Tätigkeit des Arbeitnehmers angegeben werden.
 
Die bisher vorgesehenen Angaben zum Auftraggeber des ausländischen Dienstleistungserbringers, wie der jeweilige Beschäftigungsort des Arbeitnehmers oder die Normalarbeitszeit des Arbeitnehmers entfallen. 
 
Darüber hinaus gibt es ab 1. Juni 2017 auch eine deutliche Vereinfachung hinsichtlich der mitzuführenden Unterlagen. Die Arbeitnehmer haben dann neben dem in Deutsch oder Englisch verfassten Arbeitsvertrag nur noch die ZKO-Meldung und die A 1-Bescheinigung mitzuführen.

Die anderen Lohnunterlagen, wie zum Beispiel die Lohnabrechnung, müssen nur noch auf Verlangen der Behörde nach einer Kontrolle innerhalb von 14 Tagen übermittelt werden. Die Unterlagen müssen somit nicht mehr direkt bei der Fahrt im Fahrzeug bereitgehalten werden. Der Zeitraum, für den die Unterlagen übermittelt werden müssen, umfasst jenen Kalendermonat, in dem eine Kontrolle des Arbeitnehmers erfolgt ist, sowie den Vormonat, wenn der Arbeitnehmer in Österreich tätig war.