Seit dem 31. Dezember 2014 ist es möglich, Elektrofahrzeuge für den Gütertransport in Deutschland mit der Führerscheinklasse B (Pkw-Führerschein) mit einem Gewicht von bis zu 4.250 Kilogramm zulässiger Gesamtmasse zu fahren, wenn der Fahrer an einer Fahrzeugeinweisung teilgenommen hat und im Führerschein die Schlüsselzahl 192 mit dem Ablaufdatum „31.12.19“ eingetragen ist.

Am 31. Dezember 2014 ist die Vierte Verordnung über Ausnahmen von den Vorschriften der Fahrerlaubnis-Verordnung (http://www.bgbl.de/banzxaver/bgbl/start.xav?startbk=Bundesanzeiger_BGBl&jumpTo=bgbl114s2432.pdf) für das Führen von Elektrofahrzeugen mit der Fahrerlaubnisklasse B (Pkw-Führerschein) in Kraft getreten. Danach ist es möglich, elektrisch betriebene Kleintransporter bis zu 4.250 Kilogramm zulässiger Gesamtmasse (zGM) mit einem Pkw-Führerschein (Fahrerlaubnisklasse B) zu fahren. Die Fahrerlaubnisklasse B, die grundsätzlich nur zum Führen von Kraftfahrzeugen mit einer zGM von nicht mehr als 3.500 Kilogramm berechtigt, würde aufgrund des Gewichts der Elektrobatterie für das Führen eines entsprechend schwereren Elektrofahrzeugs nicht mehr ausreichen. Das Mehrgewicht der Batterie für den Elektroantrieb würde dazu führen, dass eine Lkw-Fahrerlaubnis erworben werden müsste.

Die Erlaubnis für das Führen von Elektrofahrzeugen bis zu 4.250 Kilogramm zGM mit der Fahrerlaubnisklasse B gilt unter den Voraussetzungen, dass

 

  • die Fahrzeuge elektrisch betrieben und im Bereich Gütertransport eingesetzt werden,
  • der Inhaber der Fahrerlaubnis an einer zusätzlichen Fahrzeugeinweisung teilgenommen hat,
  • Fahrten mit dem Elektrofahrzeug nur im Inland durchgeführt werden und
  • es sich nicht um eine Fahrzeugkombination handelt.
 
Für den Nachweis der Berechtigung zur Führung eines Elektrofahrzeugs bis zu 4.250 Kilogramm zGM erhält der Fahrerlaubnisinhaber auf Antrag in Spalte zwölf der die Klasse B betreffenden Zeile des Führerscheins die Schlüsselzahl 192 mit dem Ablaufdatum „31.12.19“ eingetragen. Voraussetzung hierfür ist die Bescheinigung für die Teilnahme an einer fünfstündigen
Fahrzeugeinweisung nach Maßgabe der Anlage 1 der Vierten Verordnung über Ausnahmen von den Vorschriften der Fahrerlaubnis-Verordnung.
 
Der Deutsche Speditions- und Logistikverband (DSLV) hat in seiner Stellungnahme zum Entwurf der vorliegenden Verordnung die Ausnahme für den Einsatz von Elektrofahrzeugen vom bestehenden Fahrerlaubnisrecht befürwortet, da den Fahrern dadurch der teurere Erwerb der Lkw-Fahrerlaubnis erspart bleibt. Vor dem Hintergrund des zunehmenden Mangels an qualifiziertem Fahrpersonal mit Lkw-Führerschein stellt diese Ausnahme-Verordnung für Elektrofahrzeuge, die bis zum 31. Dezember 2019 befristet ist, eine pragmatische Lösung dar.