Die im Bereich der Prozessstandardisierung tätige Organisation GS1 Germany hat die Kriterien zur Einstufung der Qualität von Euro-Tauschpaletten neu überarbeitet und in Form eines Palettenposters veröffentlicht. Um der Gefahr einer möglichen Aufweichung der neu definierten Qualitätsstufe C bei Euro-Tauschpaletten entgegen zu wirken, hält der DSLV eine Intensivierung der Öffentlichkeitsarbeit gegenüber den Partnern des Palettentauschs insbesondere auf Seiten der verladenden Wirtschaft für dringend geboten.

Die im Bereich der Standardisierung von Prozessen tätige Organisation GS1 Germany hat die Qualitätskriterien zur Einstufung von Euro-Tauschpaletten überarbeitet und in Form einer Neuauflage des Palettenposters veröffentlicht. Die Überarbeitung war nach Angaben von GS1 Germany notwendig geworden, um die Qualitätskriterien der Tauschpaletten an aktuelle Erfordernisse anzupassen. Die Anwendungsempfehlung „Neue Wege der Palettenbewirtschaftung“ wurde den überarbeiteten Qualitätskriterien ebenso angepasst. Beide Publikationen können den Anhängen zu dieser Meldung oder der Webseite von GS1 Germany (www.gs1-germany.de) entnommen werden.

Bestehen bleibt die Einordnung von Euro-Paletten in die vier Qualitätskriterien Neu, A, B und C. Eine der wichtigsten Änderungen ist die Akzeptanz von Anhaftungen (Folien, Etiketten) an einer gebrauchsfähigen Palette. In diesem Zustand wäre eine Palette nach den alten Kriterien als nicht mehr gebrauchsfähig aussortiert worden. Gemäß den neuen Kriterien darf diese nun weiterhin als Klasse-C-Palette dem Palettenkreislauf zugeführt werden.

Die Abstimmung hierüber erfolgte innerhalb eines GS1-Arbeitskreises, der sich aus Vertretern der Industrie, des Handels sowie der Speditions- und Logistikbranche, darunter auch Mitgliedsunternehmen des Deutschen Speditions- und Logistikverbands (DSLV), zusammensetzte.

Auf dieser Ebene hatte der DSLV in einem Schreiben an GS1 Germany bereits vor einer Aufweichung der Anforderungen an Paletten in der Qualitätsklasse C gewarnt. Diese führt nach Auffassung des DSLV-Arbeitskreises Lademittelmanagement zu einer schwindenden Akzeptanz von Klasse-C-Paletten auf allen Prozessstufen. Sowohl bei der Anlieferung beladener, als auch der Rückführung leerer Klasse-C-Paletten droht den Spediteuren, dass sowohl Empfänger wie auch Verlader die Paletten entgegen der neu definierten Qualitätskriterien als nicht-tauschfähig einstufen.

So würde die Lebensmittelindustrie, die meistens den Einsatz hochwertiger Paletten verlangt, in den Fällen in denen sie bisher noch Paletten der alten Qualitätsklasse C akzeptierte, dieselbe Qualität gemäß neuer Definition nicht mehr annehmen. Auch bei der Anlieferung von leeren Paletten im Zuge des Leergutausgleichs wird beobachtet, dass Versandkunden Paletten der Klasse C mehrheitlich nicht als tauschfähig anerkennen. Daraus entstehen Überhänge an Klasse-C-Paletten, die von den am Palettentausch teilnehmenden Speditionen nur noch mühsam in den Kreislauf zurückgegeben werden können.

In der Folge müssen sie die nicht-akzeptierten Klasse-C-Paletten durch eine höherwertige Qualitätsstufe ersetzen oder entsprechend aufarbeiten. Die daraus resultierenden Kosten können in den wenigsten Fällen am Markt weitergereicht werden.   

Der DSLV hält es daher für dringend erforderlich, dass die GS1-Organisation alle Anstrengungen unternimmt, um bei ihren Mitgliedern eine Akzeptanz für die neue Palettenqualitätsklasse C zu erreichen. Dies beinhaltet ebenso eine regelmäßige Überwachung, ob die neuen Qualitätsanforderungen auch einheitlich angewendet werden. Neue Standards können nur dann mit Leben gefüllt werden, wenn die Anwender sie einheitlich nutzen. Sollten die neuen Qualitätskriterien individuell ausgelegt oder durch individuelle Qualitätskriterien ersetzt werden, muss dem frühzeitig entgegengewirkt werden, um nicht den Erfolg der bisher geleisteten Arbeit zu gefährden.

Grundsätzlich begrüßt der DSLV die Etablierung von Qualitätskriterien für die Einstufung von EUR-Mehrwegpaletten. Seit seiner Veröffentlichung im Jahre 2011 hat sich insbesondere das Palettenposter als Gemeinschaftswerk von Handel, Spedition und Logistik in der Praxis häufig bewährt, und damit insbesondere zu einer weiteren Strukturierung des Palettenkreislaufs sowie der praktizierten Tauschverfahren beigetragen.

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