Nachdem der ifo Geschäftsklimaindex für die gewerbliche Wirtschaft im Oktober zum sechsten Mal in Folge gefallen ist, hat sich auch das Geschäftsklima der Speditions- und Logistikbranche deutlich eingetrübt. Den gesunkenen Erwartungen hinsichtlich der Entwicklung der Geschäftslage, Umsätze und Preise stehen Erwartungen an eine steigende Beschäftigungsentwicklung entgegen.

Der ifo Geschäftsklimaindex der gewerblichen Wirtschaft ist im Oktober 2014 zum sechsten Mal in Folge gesunken. Nachdem zwar im September noch ein geringer Anstieg des Geschäftsklimaindexes Spedition und Logistik verzeichnet wurde, hat sich nun auch das Geschäftsklima der Branche deutlich eingetrübt. 

 

Geschäftsklimaindex der Branche deutlich gesunken

Nach einem geringen Anstieg von 0,7 Prozentpunkten im September 2014 ist bei der aktuellen Umfrage der Geschäftsklimaindex der Speditions- und Logistikbranche nun deutlich um 7,6 Prozentpunkte gesunken und erreicht einen Prozentsaldo*) von 12,8 Punkten – dies ist der niedrigste Wert seit Juli 2013. Dabei fällt die Beurteilung der aktuellen Geschäftslage besser aus als im Vormonat. Zwar beurteilen mehr Unternehmen die aktuelle Geschäftslage als schlecht, jedoch hat der Anteil derjenigen, die die aktuelle Lage als gut beurteilen, stärker zugenommen. Kleiner geworden ist die Gruppe der Unternehmen, die die Lage als befriedigend bewerten.
 
Der saisonbereinigte ifo Geschäftsklimaindex fasst die Beurteilung der aktuellen Geschäftslage und die Geschäftserwartungen der befragten Speditionsunternehmen zusammen.
 
 
Geschäftserwartungen stark eingetrübt
Der Indexwert der Geschäftserwartungen, der sich noch im September verdoppelt hatte, verliert im Oktober fast drei Viertel im Vergleich zum Vormonat und erreicht mit 6,2 Prozentpunkten den niedrigsten Stand seit Dezember 2012. Der Anteil der Pessimisten gewinnt dabei sowohl zu Lasten der Anteile der optimistischen Unternehmen sowie der Unternehmen, die mit einer gleichbleibenden Geschäftslage rechnen.
 
Der Prozentsaldo der Geschäftserwartungen errechnet sich aus den Anteilen der Unternehmen, die eine günstigere beziehungsweise schlechtere Geschäftsentwicklung in den kommenden sechs Monaten erwarten.
 
 
Umsatzerwartungen ebenfalls gesunken
Einhergehend mit den eingetrübten Geschäftserwartungen sind ebenfalls die Umsatzerwartungen für die kommenden zwei bis drei Monate zurückgegangen und erreichen einen neuen Tiefststand seit November 2012. Der Index fällt um drei Prozentpunkte auf einen Prozentsaldo von 6,9 Prozentpunkten. Dieser Index ergibt sich aus der Differenz der Anteile der Unternehmen mit steigenden beziehungsweise zurückgehenden Umsatzerwartungen. 
 
 
Unternehmen erwarten zunehmend sinkende Preise
Auch die Erwartungen hinsichtlich der Entwicklung der Preise für speditionelle und logistische Dienstleistungen in den kommenden drei Monaten sind im Oktober gesunken. Der Index verliert mehr als die Hälfte seines Werts und erreicht einen Prozentsaldo von 8,8 Prozentpunkten – der niedrigste Wert seit einem Jahr. 
 
 
Steigende Beschäftigungsentwicklung erwartet
Einzig die Erwartungen der Speditions- und Logistikunternehmen an eine zunehmende Beschäftigungsentwicklung in den kommenden zwei bis drei Monaten entsprechen nicht dem Trend der aktuellen Umfrage und haben sich erneut verbessert. Der Index steigt um 4,4 Prozentpunkte auf einen Prozentsaldo von 9,2 Punkten.
 
Weitere Details und graphische Darstellungen dieser Ausführungen können der Anlage entnommen werden.
 
 
*) Erläuterung
Bitte beachten Sie, dass es sich bei den hier vom ifo Institut ermittelten Werten um Prozentsalden handelt, die sich aus der Saldierung von Prozentpunkten ergeben. Ein Beispiel: Von 100 befragten Unternehmen antworten 20 Prozent mit „unverändert“, 60 Prozent mit „besser“ und 20 Prozent mit „schlechter“. Die 20 Prozent, die mit „unverändert“ antworteten, beeinflussen das Ergebnis nicht. Die verbleibenden Prozentwerte werden saldiert. Das Ergebnis ist ein Prozentsaldo von plus 40 Prozent.

Typ Dokument (Download) Dateigröße
pdf ifo Konjunkturtest Spedition und Logistik im Oktober 2014 - grafische Darstellung 348,3 KB