Die Fortsetzung der ZF-Zukunftsstudie Fernfahrer ist Anfang September in Brüssel der Öffentlichkeit vorgestellt worden. Das 90-seitige Werk bietet eine Erweiterung der Analyse des Arbeitsmarkts von Berufskraftfahrern und der Auswirkung der demografischen Entwicklung auf diesen. Danach droht ein Fahrermangel mit weitreichenden Folgen, wenn nicht rechtzeitig gegengesteuert wird. Die Untersuchung basiert auf den Interviews von Experten und betroffenen Fahrern selbst und liefert ein detailliertes Bild der Motivationslage von Berufskraftfahrern zur Wahl ihres Berufs. Ebenso wird analysiert, auf welchen Fahrertyp die Unternehmen sich in Zukunft einzustellen haben und welche beruflichen Rahmenbedingungen wichtig sind, um Berufskraftfahrer an das Unternehmen zu binden (www.zf-zukunftsstudie.de).

Die ZF Friedrichshafen AG hat Anfang September in Brüssel die Fortsetzung der „ZF-Zukunftsstudie Fernfahrer 2.0 – Der Mensch im Transport- und Logistikmarkt“ vorgestellt. Damit wird die vor zwei Jahren begonnene Analyse des Transportmarkts und der Situation der Berufskraftfahrer fortgeführt und erweitert. Wie in der ersten Studie, so befasst sich auch deren Fortsetzung mit der Frage, wie sich die demografische Entwicklung am Arbeitsmarkt für Berufskraftfahrer auswirkt, wenn nicht rechtzeitig gegengesteuert wird.

Da in den kommenden zehn Jahren etwa 40 Prozent der Berufskraftfahrer in den Ruhestand gehen werden – 45 Prozent sind 50 Jahre und älter – und Nachwuchs bei weitem nicht in ausreichendem Maße in Sicht ist, droht ein Fahrermangel mit weitreichenden Folgen für Wirtschaft, Industrie und Logistik. Berücksichtigt man alle Zugänge, so treten maximal 15.000 Personen pro Jahr in den Beruf ein, während etwa 25.000 Personen ausscheiden. Eine Entwicklung, die den Fahrermarkt in den kommenden Jahren immer weiter schrumpfen lässt.

Ein wesentlicher Grund für den ausbleibenden Nachwuchs ist laut ZF-Zukunftsstudie das schlechte Berufsimage. Und in der Tat steht bei den Befragungen der Fahrer sowie des Fahrernachwuchses die Bezahlung nicht an erster Stelle. Vielmehr spielen die Vereinbarkeit von Familienleben und Beruf, die Wertschätzung durch Dritte oder die alltäglichen Stresssituationen im Verkehr oft eine noch größere Rolle, wenn es um die Zufriedenheit mit dem gewählten Beruf geht.

Die Studie will insbesondere herausfinden, wie der Berufskraftfahrer der Zukunft aussieht und was ihn motiviert. Ebenso werden die Konsequenzen für die Logistikbranche aus den zukünftigen Anforderungen für die Gestaltung der Einsatzbedingungen und des Arbeitsplatzes der Berufskraftfahrer analysiert. Dazu wurde eine Reihe von Experteninterviews durchgeführt, an denen sich auch der Deutsche Speditions- und Logistikverband (DSLV) beteiligt hat. Darüber hinaus wurden rund 2.200 Fahrer und etwa 700 Auszubildende befragt und die Ergebnisse der Befragungen in eigenen Kapiteln vorgestellt.

Die Auswertung identifiziert vier Typen von Kraftfahrern heute und in der Zukunft sowie die Möglichkeiten, diese in einem zunehmend industrialisierten Güterkraftverkehrsmarkt einzusetzen. Der klassische „King of the Road“ wird dabei eine immer geringere Rolle spielen. Nach Auffassung der Autoren wird die Herausforderung für den Arbeitgeber der Zukunft vor allem darin liegen, seine Anforderungen mit dem Einsatzprofil der Fahrer abzustimmen. Das Akquisitionskonzept zur Nachwuchsgewinnung muss sich an diesen Fahrertypen orientieren sowie am Wettbewerb auf dem Arbeitsmarkt und der zunehmenden in- und ausländischen Konkurrenz.
 
Verfasser der 90-seitigen Studie ist das Institut für Nachhaltigkeit in Verkehr und Logistik der Hochschule Heilbronn sowie die Universität Duisburg-Essen. Sie ist online zu beziehen unter: www.zf-zukunftsstudie.de.