Der gesamtmodale Güterverkehr profitiert von der gesamtwirtschaftlichen Aufhellung und legt im laufenden Jahr deutlich zu. Dies geht aus der aktuellen Kurzfristprognose Sommer 2014 hervor, die regelmäßig im Auftrag des BMVI erarbeitet wird. Entsprechend der Prognose wird der gesamtmodale Güterverkehr in 2014 um 3,5 Prozent Transportaufkommen und 3,2 Prozent Transportleistung wachsen und erreicht Vorkrisenniveau. Auch im Jahr 2015 wird der Güterverkehr weiter wachsen.

Im Rahmen der „Gleitenden Mittelfristprognose für den Güter- und Personenverkehr“ haben die Arbeitsgemeinschaft Intraplan Consult GmbH / Ralf Ratzenberger und das Bundesamt für Güterverkehr (BAG) im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) die „Kurzfristprognose Sommer 2014“ erarbeitet. Diese Prognose gibt einen Überblick über die voraussichtliche Entwicklung des Güter- und Personenverkehrs bis 2015. Die Frühjahrsprojektion 2014 des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi) bildet die Grundlage hinsichtlich der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung der Vorhersage. Insgesamt wurden alle Daten und Erkenntnisse berücksichtigt, die bis 25. Juli 2014 vorlagen. 

Entsprechend der Prognose sind die Aussichten für den gesamtmodalen Güterverkehr im laufenden und im kommenden Jahr durchweg positiv. Nach einer moderaten Zunahme des Transportaufkommens des gesamtmodalen Güterverkehrs (plus 1,8 Prozent; ohne Seeverkehr) und der Transportleistung (plus zwei Prozent) sowie einer Zunahme nahezu aller gesamt- und der meisten branchenwirtschaftlichen Leitdaten in 2013 erwarten die Experten für das Jahr 2014 ein deutliches Wachstum von 3,5 Prozent des Aufkommens und 3,2 Prozent der Leistung. Auch der witterungsbedingte Effekt eines milden ersten Quartals im Jahr 2014 nach einem deutlich stärker witterungsbedingt gedämpften ersten Quartal in 2013 unterstützt diese Entwicklung. Gemäß dieser Wachstumsprognose werden Transportaufkommen und -leistung erstmals über dem Vorkrisenniveau liegen.

Während erwartet wird, dass alle gesamtwirtschaftlichen Leitdaten in 2015 noch einmal stärker zulegen, werden die transportintensiven Wirtschaftsbereiche schwächer wachsen als im laufenden Jahr. Insbesondere rechnen die Experten nicht damit, dass die Bauwirtschaft erneut so ungestört wachsen kann wie im laufenden Jahr. Aus diesem Grund fällt die Prognose für das Transportaufkommen (plus 2,6 Prozent) schwächer aus als für die Transportleistung (plus 3,3 Prozent). 

Der Straßengüterverkehr hat entsprechend der aktuellen Datenlage im Jahr 2013 von der positiven Konjunkturentwicklung in Deutschland profitiert und gegenüber dem Vorjahr 1,8 Prozent des Transportaufkommens hinzugewonnen sowie seine Transportleistung um 1,5 Prozent verbessert. Grundlage dieser Werte sind Daten des Statistischen Bundesamts und des Kraftfahrt-Bundesamts. Der Anteil der ausländischen Lkw basiert dabei auf Schätzwerten der Mautstatistik. Für das laufende Jahr wird aufgrund der spürbaren Aufhellung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung in Deutschland wie in Europa ein deutliches Wachstum von 3,8 Prozent des Transportaufkommens und 3,5 Prozent der Transportleistung erwartet. Ebenfalls steigernd wirkt sich die starke, witterungsbedingte Zunahme der Bauproduktion aus. Für 2015 wird dem Straßengüterverkehr ein Wachstum von 2,7 Prozent des Aufkommens und 3,7 Prozent der Leistung prognostiziert. Angetrieben wird diese spürbare Entwicklung vor allem von den weiterhin moderat bis deutlich zulegenden Leitdaten der Bauwirtschaft, Industrie-, Chemie- und Rohstahlproduktion. Auch für den Außenhandel wird ein weiter steigendes Wachstum erwartet. 

Nachdem Transportaufkommen und -leistung des Eisenbahngüterverkehrs im vergangenen Jahr bereits merklich gestiegen sind (plus 2,1 Prozent beziehungsweise plus 2,3 Prozent) wird im laufenden Jahr wegen der gesamtwirtschaftlichen Belebung sowie der zunehmenden Bauproduktion ein Anschluss an das Wachstum erwartet. Der Prognose zufolge wird das Transportaufkommen in 2014 um 2,4 Prozent zulegen. Aufgrund einer Zunahme der Zahl langer Transportstrecken wird die Transportleistung ein deutlich stärkeres Wachstum von 4,3 Prozent verzeichnen. Dabei ist die Zunahme von Aufkommen und Leistung durch die neue Erfassung von Unternehmen in 2014, die bereits im vergangenen Jahr im Schienengüterverkehr tätig waren, teilweise statistisch bedingt. Im kommenden Jahr wird das Transportaufkommen noch einmal weiter ansteigen (plus 2,7 Prozent), die Transportleistung soll jedoch wieder etwas schwächer um 2,9 Prozent wachsen. Ausschlaggebend hierfür ist vor allem das überdurchschnittliche Wachstum des Kombinierten Verkehrs. Für die Massengutbereiche wird aufgrund der schwächer wachsenden Bau- und Rohstahlproduktion sowie des sinkenden Steinkohleabsatzes, eine stagnierende Entwicklung erwartet. 

In 2013 ist das Transportaufkommen der Binnenschifffahrt mit 1,7 Prozent moderat gewachsen. Nach dem starken Rückgang der Transportleistung in 2011 und dem basiseffektbedingten Leistungszuwachs von gut sechs Prozent in 2012 hat sich das Wachstum in 2013 mit plus 2,7 Prozent wieder etwas normalisiert. Der Antrieb durch die Kohlebeförderungen des letzten Jahres entfällt im laufenden Jahr aufgrund der stagnierenden Steinkohleeinfuhren. Jedoch auch hier wirkt die Entwicklung der Bauproduktion fördernd. Die Experten weisen darauf hin, dass Transportleistung und -aufkommen zwischen 2009 und 2012 insgesamt um je neun Prozent gesunken sind und die Prognose des laufenden Jahres nicht als ungünstig einzustufen ist. Sie erwarten in 2014 eine schwache Zunahme der Transportleistung von plus 0,4 Prozent sowie eine moderate Steigerung des Transportaufkommens um 2,3 Prozent. In 2015 wird wieder mit einem spürbaren Anstieg der Steinkohleeinfuhren gerechnet. Die durchschnittlichen Transportstrecken erhöhen sich erneut und damit auch die Transportleistung um 1,3 Prozent. Für das Transportaufkommen wird ein Zuwachs von 1,2 Prozent prognostiziert. 

Das Transportaufkommen im Luftfrachtverkehr stagnierte im vergangenen Jahr, die Transportleistung ging sogar leicht zurück (minus 0,6 Prozent). Im laufenden Jahr wird der Luftfrachtverkehr vom steigenden Außenhandel, sowohl innerhalb Europas als auch im interkontinentalen Bereich, profitieren. Es wird in 2014 mit einer Zunahme von 1,8 Prozent bei Aufkommen und Leistung gerechnet. Im kommenden Jahr soll mit weiter zunehmendem Außenhandel das Wachstum weiter ansteigen, auf zwei Prozent des Luftfrachtaufkommens und 1,9 Prozent der Transportleistung. 

Nach einem Rückgang von 0,4 Prozent in 2013 ist beim Seeverkehr im laufenden Jahr mit prognostizierten 2,6 Prozent das erste nennenswerte Plus seit 2011 zu erwarten. Der steigende Außenhandel bewirkt eine deutliche Zunahme des Containerverkehrs. Gleichzeitig sollte sich der starke Rückgang der Transporte von Kohle und Rohöl des letzten Jahres aller Voraussicht nach nicht wiederholen. Auch im kommenden Jahr wird eine zunehmende Dynamik des Außenhandels und entsprechend des Containerverkehrs erwartet. Bei gleichzeitig stagnierendem Massengutverkehr erwarten die Experten in 2015 eine Steigerung des Transportaufkommens von 2,9 Prozent. 

Die komplette „Gleitende Mittelfristprognose für den Güter- und Personenverkehr – Kurzfristprognose Sommer 2014“ steht auf der Internetseite des Bundesamts für Güterverkehr (www.bag.bund.de) zum kostenlosen Download zur Verfügung.

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