Nachdem der gesamtmodale Güterverkehr in 2013 wieder auf einen Wachstumspfad zurückgefunden hat, sind die Aussichten für das laufende Jahr durchaus positiv. Experten erwarten für 2014 spürbar stärker zunehmende gesamt- und branchenwirtschaftliche Leitdaten. Die Prognose für den gesamtmodalen Güterverkehr liegt bei knapp zwei Prozent plus des Transportaufkommens und knapp drei Prozent steigender Transportleistung.

Im Rahmen der „Gleitenden Mittelfristprognose für den Güter- und Personenverkehr“ hat die Arbeitsgemeinschaft Intraplan Consult GmbH / Ralf Ratzenberger und das Bundesamt für Güterverkehr im Auftrag des Bundesverkehrsministeriums (BMVI) die „Mittelfristprognose Winter 2013 / 2014“ erarbeitet. Diese Prognose gibt einen Überblick über die voraussichtliche Entwicklung der Jahre bis 2017. Die Experten prognostizieren dem gesamtmodalen Güterverkehr in 2014 ein Wachstum von knapp zwei Prozent des Transportaufkommens und knapp drei Prozent bei der Transportleistung.  

Entsprechend der Prognose wird der Straßengüterverkehr in 2014 von der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung in Deutschland sowie in Europa profitieren. Neben einer günstigen Entwicklung der Bauproduktion wird auch eine Zunahme des Außenhandels und der grenzüberschreitenden Lkw-Verkehre erwartet. Die Experten prognostizieren für das laufende Jahr ein Wachstum des Transportaufkommens von 1,9 Prozent sowie 2,9 Prozent bei der Transportleistung – je rund einen Prozentpunkt mehr als im Jahr 2013. Für die Jahre 2015 bis 2017 wird mit etwas schwächer wachsenden Leitdaten gerechnet, während für den Außenhandel eine noch dynamischere Entwicklung erwartet wird. Die mittelfristige Prognose fällt mit einem jährlichen Wachstum von 1,6 Prozent des Aufkommens und 2,8 Prozent der Leistung ähnlich aus, wie für das laufende Jahr.
 
Während das geringe Wachstum des Eisenbahnverkehrs in 2013 ausschließlich statistisch bedingt war, wird im laufenden Jahr ein spürbares Wachstum erwartet. Die gesamtwirtschaftliche Belebung, eine merklich steigende Stahlproduktion sowie expandierende Steinkohleeinfuhren führen nach Expertenmeinung zu einem Wachstum von 2,8 Prozent im Aufkommen und 3,1 Prozent in der Leistung. Mittelfristig werden für die gesamtwirtschaftlichen Leitdaten, die Rohstahlproduktion, den Steinkohleabsatz und die Bauproduktion geringere Wachstumsraten erwartet, während der Absatz von Mineralölprodukten schwächer zurückgehen soll. Für die Jahre 2015 bis 2017 wird daher ein etwas schwächeres jährliches Wachstum des Transportaufkommens (2,2 Prozent) und der Transportleistung (2,6 Prozent) des Eisenbahnverkehrs prognostiziert.
 
Für die Binnenschifffahrt wird im laufenden Jahr aufgrund kräftig steigender Steinkohleeinfuhren ein spürbares Wachstum erwartet (1,4 Prozent in Aufkommen und Leistung). Obwohl dies der geringste Wert aller Güterverkehrsträger (mit Ausnahme der Rohrleitungen) ist und die Binnenschifffahrt im vergangenen Jahr noch stärker zugelegt hatte, bewerten die Experten die Entwicklung im Vergleich zu den Jahren seit 2008 als erneut nicht ungünstig. Mittelfristig wird mit einem geringeren Wachstum der meisten für diesen Verkehrsträger relevanten Branchen gerechnet. Somit fällt auch die Prognose für die Binnenschifffahrt mit einer jährliche Zunahme von 0,6 Prozent im Aufkommen und 0,8 Prozent bei der Leistung etwas schwächer aus.
 
Der Luftfrachtverkehr ist in 2013 gegenüber dem Vorjahr nur sehr wenig gewachsen. Aufgrund der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung sowie der konjunkturellen Erholung in Europa wird für 2014 mit einer deutlichen Zunahme des Transportaufkommens von drei Prozent, für die Jahre 2015 bis 2017 sogar 3,1 Prozent jährlich gerechnet. Damit sind die kurz- und mittelfristigen Aussichten für den Luftfrachtverkehr die besten aller Güterverkehrsträger.
 
Nach einem Rückgang des Transportaufkommens im Seeverkehr in 2013 sind die Aussichten für das laufende Jahr aufgrund des stärker zunehmenden Außenhandels deutlich positiver. Insbesondere im Containerverkehr wird ein Aufkommenzuwachs erwartet, während im Massengutbereich die starken Rückgänge der Rohöl- und Kohletransporte sich voraussichtlich nicht wiederholen. Somit wird für den gesamten Seeverkehr eine Zunahme von 2,7 Prozent erwartet. Mittelfristig wird der Einfluss der sich abschwächenden Massenguttransporte etwas zunehmen, wodurch die Wachstumsrate des Seeverkehrs dann bei 2,5 Prozent jährlich liegen soll.
 
Die komplette „Gleitende Mittelfristprognose für den Güter- und Personenverkehr – Mittelfristprognose Winter 2013 / 2014“ steht auf der Internetseite des Bundesamts für Güterverkehr (www.bag.bund.de) zum kostenlosen Download zur Verfügung.

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