Marktvolumen

Der deutsche Logistikmarkt hatte im Jahr 2015 entsprechend der aktuellen Studie 'TOP 100 der Logistik' der Fraunhofer Arbeitsgruppe für Supply Chain Services ein Gesamtvolumen von 253 Milliarden Euro. Die Zahl aller in diesem Sektor beschäftigten Personen liegt bei etwa 2,97 Millionen. Die Angaben zum Umsatz beinhalten auch die Leistungen der Logistikabteilungen von Industrie- und Handel. Reine Anbieter von Logistikdienstleistungen erwirtschafteten davon einen geschätzten Anteil von gut 51 Prozent (einschließlich Transport und Umschlag). Etwas mehr als die Hälfte des Umsatzes erbrachten die Unternehmen der verladenden Wirtschaft in Eigenleistung.
 
Die Wirtschaft ist mit ihrer hochgradigen Arbeitsteilung auf eine leistungsfähige Logistik angewiesen. Die Speditions- und Logistikbranche hat sich in den vergangenen Jahren zunehmend darauf eingestellt. War 1995 erst jedes vierte Unternehmen in der Absatzlogistik und jedes fünfte in der Beschaffungslogistik tätig, hat sich dieses Bild binnen weniger Jahre vollständig verändert. Entsprechend der DSLV-Branchenanalyse 'Zahlen - Daten - Fakten aus Spedition und Logistik 2014/2015' erbringen inzwischen 83 Prozent der Speditionen logistische Dienstleistungen.
 
 
Teilmärkte prägen das Logistikgeschäft
 
Erfolgreiche Logistiker müssen fundierte Kenntnisse der Prozess- und Versorgungsketten des Handels und der Industrie besitzen. Als Reaktion auf die immer differenzierteren Anforderungen, die sich aus speziellen Branchengegebenheiten, bestimmten Gütereigenschaften oder unterschiedlichen Vertriebsformen ergeben, sind spezielle Teilmärkte der Logistik entstanden.
 
Darunter ragen einzelne heraus, wie die nachstehende Tabelle zeigt. Zudem existieren weitere logistische Anwendungsfelder, häufig mit einer güter- oder branchenbezogenen Spezialisierung (Baustoff-, Gefahrgut-, Pharma- oder Messelogistik). Als Regel lässt sich ableiten: Die Marktentwicklung folgt den Kundenanforderungen.
 
Logistische Teilmärkte in der Spedition
Leistungs-
bereich
Anteil in Prozent
Leistungs-
schwerpunkt
Anteil in Prozent
Automobillogistik
39
17
Chemielogistik
34
13
Ersatzteillogistik
41
14
Handelslogistik
57
27
Hightech-Produkte
30
13
Nahrungs- und Genussmittel
35
15
Pharmalogistik
24
8
Temperaturgeführte Güter
37
13
Textillogistik
22
8
Andere
5
4
 
Quelle: Deutscher Speditions- und Logistikverband (DSLV), 2015
Bezugsgröße: 1.880 Betriebe mit speziellem Logistiksystem

 
Logistikdienstleistungen
 
Nebenleistungen oder Mehrwertdienste, auch als Value Added Services bezeichnet, prägen das Logistikgeschäft. Diese gehen über den reinen Transport, den Umschlag oder die Lagerhaltung hinaus und reichen von der Abrufsteuerung, dem Bestandsmanagement und dem Kommissionieren über die Konfektionierung und Zustellung bis hin zum Retourenmanagement. Diese Dienstleistungen sind oft sehr kundenspezifisch konzipiert und erfordern eine von Vertrauen geprägte Zusammenarbeit. Sie werden allgemein unter dem Oberbegriff der Kontraktlogistik zusammengefasst.
 
Logistische Dienstleistung
Anteil in Prozent
Logistikberatung
75
Abrufsteuerung
25
Bestandsmanagement
46
Qualitätskontrollen
42
Kontrolle von Luftfracht / Seefracht
(Röntgen etc.)
20
Zentrallagerfunktion
29
Bestellabwicklung für Kunden
27
Konfektionierung
28
Montagearbeiten
17
Kommissionieren, Verpacken
67
Etikettierung
54
Regalservice
9
Fakturierung und Inkasso
11
Retourenmanagement
22
Call Center
4
Tracking & Tracing
49
E-Fulfilment
7
Andere
2
 
Quelle: Deutscher Speditions- und Logistikverband (DSLV), 2015
Bezugsgröße: 2.080 Betriebe mit logistischen Dienstleistungen (Mehrfachnennungen möglich)