Der Herbstbericht 2016 des BAG für das 1. Halbjahr 2016 weist Umsatzzuwächse für den Straßen- und Schienengüterverkehr, nicht aber für die Binnenschifffahrt auf. Trotz erneut überproportionaler Zuwächse gebietsfremder Fahrzeuge an den mautpflichtigen Fahrleistungen, hat sich der Anteil der Straßenkabotage deutlich abgeschwächt.

Das Bundesamt für Güterverkehr (BAG) hat seine Erkenntnisse der verkehrsträgerübergreifenden Marktbeobachtung im Bericht Herbst 2016 veröffentlicht.

Danach waren vor dem Hintergrund einer robusten konjunkturellen Entwicklung in Deutschland im 1. Halbjahr 2016 sowohl im Straßen- als auch im Schienengüterverkehr Umsatzzuwächse im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum zu verzeichnen. Die Binnenschifffahrt wies angesichts geringerer Beförderungsmengen und Verkehrsleistungen Umsatzrückgänge auf. Ihr Anteil am Modal Split nahm erneut ab.

Alle Verkehrsträger profitierten in der ersten Jahreshälfte 2016 von einer moderaten Kostenentwicklung, die insbesondere von den vergleichsweise niedrigen Kraftstoff- und Energiekosten geprägt wurde. Auf der anderen Seite stiegen die Personalaufwendungen. Während die Beförderungsentgelte im Schienengüterverkehr insgesamt noch leicht anstiegen, standen sie in verschiedenen Segmenten des Straßengüterverkehrs und der Binnenschifffahrt, die weiterhin mit einem hohen Kapazitätsangebot im Rheinstromgebiet zu kämpfen hat, unter Druck. Im Straßengüterverkehr galt dies vor allem für den wettbewerbsintensiven Fernverkehr.

Im 1. Halbjahr 2016 wiesen die mautpflichtigen Fahrleistungen gebietsfremder Fahrzeuge im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum erneut überproportionale Zuwächse auf, während die Fahrleistungen deutscher Fahrzeuge nur unterdurchschnittlich anstiegen. Deutlich abgeschwächt hat sich im Jahr 2015 der Anstieg der Straßenkabotage in Deutschland. Nach zuvor zweistelligen Wachstumsraten erhöhte sie sich im Vergleich zum Jahr 2014 lediglich noch um 2,1 Prozent. Der Anteil polnischer Fahrzeuge an der gesamten Kabotageleistung in Deutschland erreichte erstmals über 50 Prozent.